Wall Street Journal Interviews Christoph Hörstel (auf Deutsch)

Published on 29 Jul 2014

Am 25. Juli 2014 erhielt ich einen Anruf des Berliner WSJ-Mitarbeiters Anton Troianovski.

Er erklärte, er wolle eine Geschichte schreiben über den Start von Russia Today auf Deutsch.
Ich habe dieses Interview gegeben mit der klaren Maßgabe, dass ich weder befugt noch in der Lage bin, irgendwelche Schritte oder Unterlassungen von RT zu erläutern oder zu bestätigen.
Ich wies ihn darauf hin, dass ich zur Verfügung stünde unter der Maßgabe, dass ich einen Kameramann mitbrächte, der alles aufnehmen werde.
Es war besprochen, dass der Beitrag heute (29. Juli) erscheinen sollte – und ich deshalb die Veröffentlichung meines Interview-Mitschnitts bis dahin zurückhalten würde.
Der Mitschnitt zeigt, wie abgesprochen, nur mich, NICHT den Interviewer – auf dessen Wunsch hin. Es sind jedoch selbstverständlich seine Fragen (“aus dem off”) zu hören.
Drehort: Haus der Bundespresse, Reinhardtstr. 55, 10117 Berlin.
Inzwischen erfuhr ich, dass Herr Troianovski seinen Beitrag verschiebt, etwa um zwei Wochen.
Ich musste ihm deshalb telefonisch erläutern, dass wegen der US-Politik haarsträubende Dinge im Halbtagsrhythmus geschehen, so dass ich darauf achten muss, dass aus meiner Sicht das Interview nicht insgesamt veraltet. Deshalb würde ich nun sofort veröffentlichen, da weiteres Zuwarten nichts bringt.
Selbstverständlich war er darüber nicht so begeistert. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass er mich beim nächsten Mal kurz vor Veröffentlichung interviewt – und nicht vorneweg, mit nachgesetzter zeitlicher Verschiebung.
Ich habe ihm erklärt, dass ich mich mit den zeitlichen Verschiebungen bei Großmedien schon gut auskenne.
Dem Publikum sei dies kurz erläutert:
Spiegel hat das getan, wenn auch lange nicht so schlimm wie Stern, Spiegel hat auch zensiert – die positive Stellungnahme von Gulbuddin Hekmatyar zu meinem Friedensvorschlag für Afghanistan, Januar 2008.
Stern hat das zweimal getan:
– 2005 hat Stern Hekmatyar-Fotos mit Kampfteilnahme von mir angekauft – ich war selbst dabei gewesen und hatte selbst fotografiert – und so praktisch “vom Markt verschwinden lassen”.
Stern veröffentlichte jedoch eine Story, dass Hekmatyar ein “Gucci-Krieger” sei, der im Luxus in der Etappe lebe und persönlich nichts riskiere, jedoch seine Leute sterben lasse.
Ich war damals machtlos.
– 2008 verschleppte der Stern mein Hekmatyar-Interview trotz fester Verpflichtung, dies nicht zu tun! – und zensierte zusätzlich.
Kurz: hier nun zeitnah das WSJ-Interview.